BVdP sieht seit einigen Monaten eine bedenkliche Kostenentwicklung

BVdP sieht seit einigen Monaten eine bedenkliche Kostenentwicklung

BVdP sieht seit einigen Monaten eine bedenkliche Kostenentwicklung

Bereits seit einigen Monaten haben wir unsere Gesprächspartner bei FLIs, aber auch bei der Fachpresse deutlich darauf hingewiesen, dass der Kostendruck auf die Werkstätten seit einiger Zeit signifikant ansteigt. Gerade für Werkstätten in der Schadensteuerung gilt es dabei, genau hinzuschauen, da die Stundenverrechnungssätze anfangs des Jahres ausgehandelt werden und aktuelle Preissteigerungen während des laufenden Jahres in der Regel keinen Niederschlag in Gestalt angepasster Entgelte finden. Kooperatives Schadenmanagement kann aber nur gelingen, wenn die Werkstätten in der Lage bleiben, den Transformations- bzw. Investitionsdruck auszuhalten und weiterhin qualitativ hochwertig zu arbeiten.

Kostendruck von vielen Seiten
Nicht nur die steigende Inflationsrate von aktuell 4,1 % muss den Werkstätten dabei massive Bauchschmerzen verursachen. Die Branche leidet vor allem unter den steigenden Material- und Energiekosten. Hinzu kommen Lohnkosten, Corona-Prämien oder Sonderzahlungen, um qualifiziertes Personal an den Betrieb zu binden. Darüber hinaus weisen wir als Verband schon seit Jahren darauf hin, dass mit der handwerklichen Leistung nur noch wenig bis gar kein Geld in der Schadensteuerung verdient wird. Die sinkenden Teilmargen verschärfen diese Problematik und können Betriebe schnell in eine wirtschaftliche Schieflage bringen. Auch die Erhöhung der Lackmaterialpreise wird nur mit zeitlichem Verzug in die Kalkulationsdaten übernommen. Wer hier nicht aufpasst, zahlt schnell drauf.
Bei den Stundenverrechnungssätzen inklusive Lackmaterial ist die Entwicklung dramatisch, hier besteht schon längst Handlungsbedarf. Wir empfehlen allen Betrieben, hier genau nachzurechnen und schnellstmöglich in die individuellen Gespräche mit Geschäftspartnern einzusteigen.

Geforderte Weiterentwicklung der Werkstätten kostet Geld
Doch allein die bereits genannten Kostenfaktoren zu betrachten, reicht bei weitem nicht aus. So werden in der Diskussion um Kostendruck nur allzu oft die Investitionen unterschätzt, die aktuell verstärkt in den Bereichen Digitalisierung, Elektromobilität etc. fällig werden. Hier herrscht ein großer Transformationsdruck, denn Betriebe, die zukunftsfähig bleiben wollen, sehen sich mit enormen Investitionen konfrontiert. Dazu kommt, dass bei all diesem Wandel immer mehr Qualifikation des Werkstattteams notwendig wird, die weitere, nicht unerhebliche Kosten verursacht. Zu guter Letzt sind in den nächsten Monaten weitere negative Effekte für die Liquidität einiger Betriebe zu erwarten, wenn die Rückzahlung von Steuerstundungen oder Fördergeldern fällig wird.

Die eigenen Zahlen im Blick behalten
Umso wichtiger wird es für Betriebe, die in der Schadensteuerung aktiv sind, die Entwicklung der eigenen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen konsequent im Blick zu behalten und frühzeitig auf negative Ausschläge zu reagieren. Das gelingt zum einen mit dem Kennzahlenrechner des BVdP oder mit entsprechenden Funktionen der im Betrieb eingesetzten Managementsysteme. Denn nur, wenn Sie Ihre eigenen Zahlen kennen, können Sie bedrohliche Fehlentwicklungen rechtzeitig erkennen und   Ihren Partnern im Schadenmanagement fundiert und erfolgreich verhandeln.

Nachhaltigkeit bringt viele Vorteile
Auch das Thema Instandsetzen vor Erneuern muss angesichts stetig steigender Ersatzteilpreise und des Nachhaltigkeitsgedankens von allen Markteilnehmern neu gedacht werden. Es ist einfach kurzsichtig, wenn Prüfberichte über angeblich zu hohe Instandsetzungszeiten verhindern, dass I vor E zum Vorteil aller Player auf der Schadenmanagement-Reise gelebt wird. Hier sind die Karosserie- und Lackierbetriebe die Profis, die durch Handwerkskunst den ökologisch/ökonomisch sinnvollsten Reparaturweg einschlagen. Prüfberichte zur Kürzung von AWs sind hier absolut fehl am Platz und richten einen großen Flurschaden für ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit an.

Alle Player im Schadenmanagement gefragt
Nach fester Überzeugung des BVdP sind hier aber nicht nur die Werkstätten gefragt, sondern vor allem auch die FLIs, die Ihren Kunden Spitzenleistungen bei Reparaturqualität und Service versprechen. Dazu braucht es aber starke und leistungsfähige Reparaturpartner, die liquide genug sein müssen, um die geforderten Investitionen in Equipment, EDV, Werkzeuge und Qualifikationen zu stemmen. Das aber gibt es nicht zum Nulltarif. Hier sind im kooperativen Schadenmanagement der faire Umgang miteinander und ggf. ein kurzfristigeres Nachjustieren der Konditionen in der Zusammenarbeit das Gebot der Stunde. Leistungsfähige Reparaturpartner sind der Garant für Kundenzufriedenheit und -bindung, von der FLIs mehr als nur profitieren. Wer hier an der falschen Stelle spart, wird das teuer bezahlen.

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