Das Corona-Dilemma mit dem SVS

Das Corona-Dilemma mit dem SVS

Das Corona-Dilemma mit dem SVS

Die betriebswirtschaftlichen Folgen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie lassen sich mit dem Ausdruck der „verordneten Erfolglosigkeit“ treffend beschreiben. Denn als mittelbare Folgen der angeordneten Maßnahmen werden Unternehmen in den meisten Wirtschaftszweigen, aber eben auch in der K+L-Branche und bei den Betrieben in der Schadensteuerung Rendite-Einbußen hinnehmen müssen.

Der Staat, der die Maßnahmen ergriffen hat, wird die entstehenden Löcher nicht stopfen, sondern mit Krediten erträglich machen. Die Tilgung ebendieser Darlehen oder auch die Rückführung in die Portokasse erfolgt aus versteuertem Gewinn, den – und darauf kommt es an – der Betrieb zusätzlich zum ohnedies für Investitionen erforderlichen Gewinn erwirtschaften muss.

Da Produktivitätszuwächse in den meisten Betrieben kaum mehr möglich sind und die Verfügbarkeit der produktiven Mitarbeiter durch häufigere Qualifizierungen und Einarbeitungen in neue Verfahren und Technologien eher sinkt, fällt die Menge der verkauften Stunden als Faktor zur Kompensation aus. Was bleibt, ist der Preis der verkauften Stunde, den die Betriebe ausschließlich durch ihre Preisverhandlungen und ihren Kundenmix beeinflussen können.

Das bedeutet im Klartext, dass krisenbedingt die Stundenverrechnungssätze steigen müssen. Dazu gäbe es die Möglichkeit der Kompensation während der Krise. Hier jedoch tendieren einige der Volumen-Lieferanten eher dazu, eingesparte Prämien als Marketing-Investition ihren Kunden zurück zu vergüten. Die verbleibende Alternative dazu ist die Einpreisung des gestiegenen Aufwands in den kommenden Preisverhandlungen.

Da das Phänomen der „verordneten Erfolglosigkeit“ und deren Refinanzierung nicht nur die K+L-Branche betrifft, ist davon auszugehen, dass auch andere Waren und Dienstleistungen teurer werden, was dann wiederum, soweit es die Betriebe direkt oder mittelbar betrifft, im Preis berücksichtigt werden muss.

Das wiederum lenkt das Augenmerk auf die ohne die Corona -Krise bestehenden Herausforderungen. Zentral sind dies die angemessene Entlohnung leistungswilliger und -fähiger Mitarbeiter sowie die Investitions- und Entwicklungsbereitschaft in Richtung Fahrerassistenzsysteme, Elektromobilität und Multimaterialmix. An diesen Stellen gibt es zu Recht ein Zaudern und Zögern, wenn der bestehende Stundenverrechnungssatz diese – eigentlich dringend erforderlichen – Ausgaben nicht hergibt. Doch genau diese Zögerlichkeit führt mittelfristig auch dazu, dass diese Betriebe für die Volumenkunden nicht mehr interessant sind, weil sie immer weniger Schäden an modernen Fahrzeugen fachgerecht und eigenständig instandsetzen können.

Deshalb müssen alle Beteiligten, die wollen, dass die kostenschonende Reparatur in Werkstatt-Partner-Betrieben nicht nur ein schönes Modell vor der Corona- und der Investitionskrise war, sondern zu aller Nutzen seine Langlebigkeit beweist, diesem Thema jetzt besondere Aufmerksamkeit schenken.

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