Das Geschäft muss für alle Seiten passen!

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Drei Fragen an: riparo

Mitte November fanden sich die Führungscrew des Schadensteuerers riparo und die Redaktion des BVdP-NewsMonitor zu einem Online-Interview zusammen. Die zentralen Fragen im Gespräch waren natürlich die aktuelle Situation der Partnerwerkstätten und des Schadenmanagements aus Steuerersicht, die Marktentwicklung angesichts von Digitalisierung und Mobilitätswandel sowie die Rolle von des m.o.r.e Netzwerk im Schadenbusiness. Kein Wunder, dass sich ein spannendes Gespräch mit den Branchenprofis Jürgen Schmidt, Steffen Struwe und Michele Tancredi entwickelte.

NewsMonitor:
Corona, Kostendruck, Digitalisierung, Fachkräftemangel, neue Antriebsformen … das sind nur einige der Herausforderungen, die Werkstattbetrieb in der Schadensteuerung gerade zu meistern haben. Wie beurteilen Sie als Schadensteuerer diese Entwicklung und wie werden Sie Ihre Reparaturpartner auf diesem Weg unterstützen?

Jürgen Schmidt:
Wir beobachten natürlich den Markt und sind ja zum Teil auch selbst von der aktuellen Gemengelage betroffen. Auf die Werkstätten kommt in Sachen Kostensteigerung noch einiges zu, egal ob bei Material, Energie oder EDV. Diese ganzen Entwicklungen werden sich 2022 deutlich bei den Werkstätten bemerkbar machen. Für uns als relativ jungen Schadensteuerer heißt das, dass wir die Wettbewerber im Markt beobachten müssen. Die gesamte Branche schaut immer auf die großen Platzhirsche, an deren SVS-Anpassungen wir uns orientieren und die wir voraussichtlich mitgehen werden. Wir selbst verschließen nicht die Augen vor der Realität und den Entwicklungen in der Branche. Wir als riparo werden da keine Bäume ausreißen können, sind aber gerne zu konstruktiven Gesprächen mit unseren Reparaturpartnern bereit, in denen wir angemessene SVS-Erhöhungen diskutieren werden. Wenn wir dann auf diesem Wege die Liquidität und Investitionsfähigkeit der Werkstätten, mit denen wir zusammenarbeiten, unterstützen können, dann gewinnen beide Seiten.

Steffen Struwe:
Wir sehen diese Entwicklung heute schon ganz konkret. Hatten wir in den vergangenen Jahren in moderaten Zeitabständen kleinere Anpassungen, verkürzen sich nun die Zeitabstände und der Erhöhungsbedarf wird größer. Das ist angesichts der genannten Herausforderungen auch nachvollziehbar, denn weder wir noch unsere Versicherungen haben ein Interesse daran, Werkstätten in eine finanzielle Schieflage zu bringen. Wir müssen aber auch darauf achten, dass wir mit den Erhöhungen in einem branchenüblichen Rahmen bleiben.

Jürgen Schmitt:
Oder kurz gesagt, das Geschäft muss für alle Beteiligten auskömmlich bleiben.

NewsMonitor
Wird der Wandel in der Mobilität (Elektrofahrzeuge, neue Vertriebsmodelle der Hersteller, neue Hersteller) das Gesicht der Schadensteuerung verändern? Welche Entwicklungen werden Ihres Erachtens in diesem Zusammenhang für Werkstätten besonders wichtig sein?

Jürgen Schmidt:
Ich gehe davon aus, dass die Entwicklungen, was Vertriebsmodelle und neue Hersteller angeht, in den nächsten 5 Jahren für die Werkstätten weniger relevant sein werden. Anders schaut es bei den Antriebformen aus. Ich kann den Werkstätten nur raten, sich schleunigst mit E-Mobilität und hybriden Antrieben auseinandersetzen, da ist der Wandel ja praktisch da. Wir sehen aber auch, dass sich sehr viele Werkstätten, auch in unserem Netz, diesem Wandel bereits gestellt haben und professionell aufgestellt sind. Wir haben in den letzten 20 Jahren ohnehin einen massiven technischen Wandel in der Automobilbranche erlebt, auf den sich die Werkstätten immer sehr gut eingestellt haben. Da ist sowas wie Transformationskompetenz entstanden und das macht mich optimistisch.

Michele Tancredi:
Wir waren uns sehr frühzeitig der Bedeutung der E-Mobilität bewusst und haben deshalb auch die Initiative von ZKF und BVdP für das Siegel „Fachbetrieb für E-Mobilität“ sehr begrüßt. Wir haben da auch etwas mit angeschoben, weil wir erkannt haben, wie wichtig das Thema E-Mobilität ist und unsere Auftraggeber auch Klarheit zur betrieblichen Qualifikation eingefordert haben.

NewsMonitor:
Das Netzwerk um die Leistungsmarke m.o.r.e entwickelt sich kontinuierlich weiter. Wie beurteilen Sie die Zusammenarbeit mit den m.o.r.e – Betrieben und was sind Ihre Erwartungen an die Werkstätten im Netzwerk?

Jürgen Schmidt:
Wir begleiten das Thema m.o.r.e ja von Anfang an und bewerten recht positiv, wie sich die Betriebe im m.o.r.e – Netzwerk über die Leistungsmarke weiterentwickeln. Die Kriterien, die die m.o.r.e – Betriebe erfüllen müssen, sind für uns als diejenigen, die die Aufträge zu verteilen haben, enorm wichtig. Wir können bei der Schadensteuerung quasi blind auf einen m.o.r.e – Betrieb zurückgreifen, weil da eine besondere Qualität gegeben ist, auf die wir uns verlassen können. Das heißt dann aber auch, dass unsere Erwartungshaltung an einen m.o.r.e Betrieb natürlich höher ist als an einen Nicht – m.o.r.e – Betrieb. Die werden in der Regel bei Service, Reparaturleistung und, für uns wichtig, bei der Abwicklung optimal erfüllt. Wenn wir dann aber erleben, dass das optimale Reparaturerlebnis nicht zufriedenstellend realisiert wird, schauen wir ganz genau hin und nehmen den BVdP in Persona Michael Pinto auch mal in die Pflicht. Das sind aber tatsächlich absolute Einzelfälle.

Michele Tancredi:
Die Werkzeuge, die m.o.r.e zur Verfügung stellt, von den Best Practice Zirkeln bis zu den Prozesshilfen, sind eine wertvolle Unterstützung für die Werkstätten. Da werden wichtige Themen effektiv aufgegriffen und ständig weiterentwickelt. Von den m.o.r.e – Betrieben erwarte ich natürlich, dass Sie mit Unternehmergeist, die Herausforderungen wie Digitalisierung und Fachkräftemangel angehen, lösungsorientiert arbeiten und immer auch die Chancen im Wandel sehen.

Vielen Dank für das Gespräch.

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