Der Hotspot 2022: Nachhaltigkeit im Reparaturgeschäft

Der Hotspot 2022: Nachhaltigkeit im Reparaturgeschäft

Der Hotspot 2022: Nachhaltigkeit im Reparaturgeschäft

Gerade vor dem Hintergrund von steigenden Ersatzteilpreisen, von unterbrochenen Lieferketten, von langen, kostenintensiven Standzeiten und nicht zuletzt angesichts der Forderung nach dem schonenden Umgang mit unseren Ressourcen sollte das Thema „Fachgerechtes Instandsetzen vor Erneuern“ als für alle Seiten ökonomisch und ökologisch sinnvoller Reparaturweg heute doch in aller Munde sein.
Denn wenn das richtig verstanden und auch richtig umgesetzt wird, profitieren dabei alle Beteiligten auf der Schadenmanagement-Reise, vom Endkunden über den Versicherer bis hin zur Werkstatt. Wo liegt also das Problem, dass sich konsequente Nachhaltigkeit bei der Reparatur von Fahrzeugen noch nicht vollumfänglich durchgesetzt hat?

Nachhaltigkeit beginnt mit Fairness und Durchblick
Das fachgerechte Instandsetzen ist zeitintensiv und schon lange nicht mehr nur das reine Bearbeiten des Blechs mit dem Hammer. Es ist der Reparaturweg, der Ressourcen, Umwelt und in der Regel das Portemonnaie schont. Die Zeiten, die für das Wiederherstellen des Bauteils erforderlich sind, muss der Reparaturfachbetrieb am Ende verrechnen können. Aber auch nur die! Das aber lässt sich nicht aus der Entfernung am Bildschirm und schon gar nicht mit mangelnder Fachkenntnis beurteilen.

Und bereits hier beginnen die Probleme, denn wenn auf der einen Seite Zeiten gekürzt werden, auf der anderen aber das Erneuern eines Teils meist ohne „Prozessstörung“ freigeben wird, hat das natürlich Einfluss auf die Wahl des Reparaturwegs in der Werkstatt. Die Diskussion um die Kürzungen von AWs schaden der Bereitschaft, den ökonomisch und ökologisch sinnvollen Reparaturweg einzuschlagen. Auch das „bequeme“ Argument „bevor ich 4 Stunden auf einer Tür rumkloppe, mach ich Sie lieber neu“ darf weder bei der Werkstatt noch auf Seiten des Prüfdienstleisters zählen.

Nachhaltigkeit rechnet sich für Alle
Wenn Prüfdienstleister die Zeiten für eine fachgerechte Instandsetzung allerdings nicht vollumfänglich und korrekt betrachten, sondern lieber gleich den Rotstift bei allem, was über das Lackieren hinausgeht, sowie bei den Kleinteilen ansetzen, dann scheint das Interesse an einer nachhaltigen Reparatur nicht sonderlich groß. Man möchte fast meinen, dass vordergründige Einsparungen und Bequemlichkeit seitens der Prüfdienstleister lieber die Bereitschaft zum Erneuern fördern, während der ökonomisch und ökologisch wesentlich sinnvollere Reparaturweg verhindert wird?

Dabei ist eines ganz klar, Nachhaltigkeit rechnet sich – und zwar für alle. Denn bei genauerem Hinschauen wird man feststellen, dass die fachgerechte Instandsetzung in der Mehrzahl der Fälle die unterm Strich kostengünstigere Lösung darstellt. Und sollte diese Rechnung mal auf dem Papier nicht ganz aufgehen, dann ist der gesamtgesellschaftliche Nutzen und der Imagegewinn für den Versicherer immer noch ein „unbezahlbares“ Argument. Stichwort „grüne Reparatur“. Einmal ganz davon abgesehen, dass die Instandsetzung für das Fahrzeug häufig den besten Reparaturweg darstellt, da die Struktur, Spaltmaße, Verschraubungen und Dichtnähte im Originalzustand erhalten bleiben, was vermutlich auch im Sinne des Verbrauchers ist.

Nachhaltigkeit bietet große Imagechance
Gerade wenn unsere Branche unterstützt von FLIs das Thema nachhaltige Reparatur leben kann, ergeben sich daraus in vielerlei Hinsicht große Chancen für die Fachbetriebe, die sich darüber hinaus positiv auf Steuerer und Versicherer spiegeln werden. Denn die komplette Branche von FLI bis Werkstatt zeigt damit, dass gesellschaftlich relevante Themen im Reparaturgeschäft nicht egal sind.

Wir vom BVdP sehen hier die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsel hin zu eindeutig mehr Nachhaltigkeit durch fachgerechte Instandsetzung. Das aber geht nicht ohne Werkstätten, Steuerer und Versicherer. Wir treten hier gerne in den Dialog mit allen Playern im Schadenmanagement ein, um neue Konzepte für tatsächlich nachhaltige Lösungswege zu diskutieren.

Wir alle können dazu beitragen, Rücksicht auf die kommenden Generationen, unsere Umwelt & Ressourcen zu nehmen und wenn dabei noch das Portemonnaie geschont wird, schließt sich der Kreis.

Lassen Sie uns darüber sprechen, melden Sie sich mit Ihrer Meinung zum Thema Nachhaltigkeit bei uns. Ihr Ansprechpartner ist Michael Pinto (m.pinto@bvdp.info | Tel.: 08041-7996114).

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