Künstliche Intelligenz im K+L-Fachbetrieb

Künstliche Intelligenz im K+L-Fachbetrieb

Künstliche Intelligenz im K+L-Fachbetrieb

Noch vor wenigen Jahren ernteten die ersten Versuche, eine Kalkulation mittels künstlicher Intelligenz auf Basis von Schadenfotos auszulösen, bei vielen Marktbegleitern ungläubiges Kopfschütteln. Heute arbeiten nicht nur die etablierten EDV-Anbieter in unserer Branche an entsprechenden Lösungen, auch Start-Ups sind bereits mit Tools für die Schadenkalkulation mittels KI im Markt. Die Entwicklung von KI für die Werkstattwelt wird von vielen Markteilnehmern vorangetrieben und wenn diese Lösungen halten, was sie versprechen, dann kann diese Technologie die Chance bieten, Prozesse zu vereinfachen, die knappen Ressourcen kundengerecht einzusetzen und komplexe Aufgaben zu erledigen. Doch KI hat auch genau da ihre Grenzen, wo der Mensch nicht zu ersetzen ist. Wichtig dabei ist es, dass solche Tools in die Werkstattwelt passen und einfach zu handhaben sind.

Wir haben uns mit Önder Aslan, Gründer und Geschäftsführer der FIASCO GmbH, über die Möglichkeiten, die KI der K+L-Werkstatt heute schon bietet, unterhalten. Die FIASCO GmbH mit Sitz in Kernen im Remstal ist aus einem K+L-Fachbetrieb heraus entstanden und bietet eine digitale Plattform an, die auf Basis künstlicher Intelligenz Kostenvoranschläge für Werkstätten erstellt.

NewsMonitor:
Herr Aslan, was kann Ihre KI, was bringt sie der Werkstatt?

Önder Aslan:
Dazu will ich vorab etwas Grundlegendes sagen. KI wird oft unterschätzt oder falsch verstanden. Unser Ziel ist es, dass wir mit unserer Plattform die Spezialisten in den handwerklichen KFZ-, Karosserie- und Lackierbetriebe nicht ersetzen, sondern sie in ihrem Tagesgeschäft dabei unterstützen, noch schneller, einfacher und effektiver zu arbeiten. Das heißt, wenn ein Anwender seine Schadenfotos digital übermittelt, erstellt die KI einen KV mit einer bis zu 98-prozentigen Genauigkeit. Der Entscheider bleibt jedoch immer der Anwender selbst, der sich dank dieser webbasierten Anwendung jede Menge Arbeit und Aufwand mit dem gelieferten KV gespart hat. Dazu kommt, dass die Schadenfotos zum Teil schon vom Autofahrer/in mit dem Smartphone bequem vor Ort zu Hause erstellt werden können, was den Aufwand zusätzlich bei der Schadenerfassung minimiert. Die Plattform liefert dann sehr schnell einen KV, welcher der Werkstatt eine sofortige Einschätzung erlaubt und auch an Dritte wie z. B. Versicherungen weitergeleitet werden kann. Die Planung der Reparatur wird ungemein erleichtert. Im Endeffekt bleibt dann mehr Zeit fürs Kerngeschäft und die Kunden.

NewsMonitor:
Und die KI erkennt jeden Schaden?

Önder Aslan:
Die KI erkennt bereits jetzt schon ein sehr großes Spektrum der zahlreichen individuellen Schäden und lernt bei jedem Schaden dazu. Damit wird der Algorithmus mit jedem einzelnen Fall noch treffsicherer. Manuelles Nachjustieren bei der Kalkulationsarbeit beim Anwender ist jederzeit möglich und auch gewünscht, der Gesamtaufwand ist allerdings wesentlich geringer als beim herkömmlichen Kalkulationsprozess in der Werkstatt ohne KI. Sehr oft wird auch individuell nachkalkuliert. Außerdem möchte ich an dieser Stelle noch einen anderen Aspekt einwerfen. Die KI-Technologie wird sich mit Sicherheit auch in vielen Werkstätten durchsetzen, um den Verwaltungsaufwand zu minimieren. Deshalb verfolgen wir hier den Ansatz, eine Lösung von der Basis zu bieten. Wir belegen das Thema KI aus der Werkstattwelt heraus, schaffen damit ein Angebot von Handwerkern für Handwerker.

NewsMonitor:
Was bedeutet der Einsatz Ihres Angebots für den K+L-Betrieb?

Önder Aslan:
Durch unser Tool kann jeder Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterin der Werkstatt einen Kostenvoranschlag erstellen – so schnell und einfach wie nie! Die Prozesse der Werkstatt können so verbessert werden. Wenn dieser Schritt gemacht ist, dann profitiert der Betrieb durch den Einsatz moderner Technik von zukünftig weniger Aufwand, von mehr Handlungssicherheit und von mehr Attraktivität. Letzteres zielt vor allem angesichts des Fachkräftemangels in Richtung des eigenen Teams. Denn wenn es eine Werkstatt schafft, die Arbeitsprozesse für das Team zu vereinfachen, dann steigert das die Bindung der Mitarbeiter an den Betrieb. Es können damit z. B. auch hohe Krankenstände etc. über einen gewissen Zeitraum sehr gut kompensiert werden. KI ist eine hervorragende Ergänzung im Tagesgeschäft, sie macht das Arbeiten leichter, effektiver und unterstützt den Betrieb ganz enorm im kompletten Reparaturprozess. Deshalb haben wir das Thema frühzeitig angepackt, denn wir wollen mit unserer Plattform eine Leitplanke für die Werkstattwelt einrammen. Wir freuen uns, die Entwicklung von KI weiter mitzugestalten und die Interessen der K+L-Betriebe in die Entwicklung von KI gestützten Tools einfließen zu lassen, damit diese für die Zukunft bestmöglich aufgestellt sind

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