MGV 2022: Klartext in Kassel

MGV 2022: Klartext in Kassel

MGV 2022: Klartext in Kassel

„Zeit für Veränderung“, so hatten wir kürzlich einen offenen Appell an die Schadensteuerer betitelt. Aber auch im unseren Verband wollen wir einige Dinge neu angehen und hatten uns deshalb einige Änderungen an Konzept, Präsentation und Inhalten unserer Mitgliederversammlung vorgenommen, um noch mehr Attraktivität und Nutzen für die Teilnehmer/innen bieten zu können. Und so lässt sich das, was wir uns für unsere erste physische MGV seit 2019 vorgenommen hatten, auf den Punkt gebracht so beschreiben:
„Routine, Nein Danke – Relevante Themen und offene Diskussion, Ja Bitte.“

Zeit für Veränderung heißt aber nicht, dass das Vorausgegangene negativ zu bewerten ist. Veränderung heißt ganz einfach, den Wandel annehmen und auch einen Event wie unsere Mitgliederversammlung neu ausrichten.

Neues Konzept funktioniert
Das Feedback der Teilnehmer zeigt uns, dass uns das im Großen und Ganzen gelungen ist. Wir konnten deutlich aufzeigen, dass wir mit unserer Arbeit etwas bewegen und dass uns Ergebnisse wichtiger als Schlagzeilen sind. Wir konnten auch mehr Bewusstsein dafür schaffen, dass alle Verbandsmitglieder (und nicht nur die Offiziellen) der Verband sind. Die Veranstaltung war lebendig, die Dialoge fruchtbar, kritisch und offen – und alles in einer konstruktiven Atmosphäre. Denn es gab viele klare Worte in Richtung Verbandsführung, aber auch in Richtung Verbandsmitglieder.
Oder wie unser „Verbandsurgestein“ Marco Senger auf der MGV ins Mikrofon sagte:

Ich habe noch bei keiner Mitgliederversammlung so viele Wortmeldungen erlebt wie in diesem Jahr!

Dialog statt Monolog
Es war dann auch gleich zu Beginn der Veranstaltung zu spüren, dass ein frischer Wind wehte, denn Vorstand und Geschäftsführung zeigten sich von Anfang an als Team auf der Bühne des La Strada in Kassel, das gemeinsam die verschiedenen Tagesordnungspunkte präsentierte, als Einheit auftrat und immer wieder den offenen Dialog mit den Teilnehmern suchte.

Nach der kurzen Begrüßung durch Vorstandsvorsitzenden Reinhard Beyer stellten sich gleich seine 2021 auf der virtuellen MGV neu gewählten Stellvertreter Peter Vogel und Jens Walter vor. Anschließend zeigte die Kartellrechtlerin RA Corinna Neunzig in einem Gastbeitrag die Handlungsspielräume und Haftungsrisiken eines Verbandes vor dem Hintergrund des Wettbewerbsrechts auf. Dabei wurde recht deutlich, welches Risiko Vorstand und Geschäftsführung bei der Lobbyarbeit für die Partnerbetriebe auf sich nehmen.

Klare Worte von Reinhard Beyer und Michael Pinto
So gab es bereits beim Geschäftsführungsbericht von Michael Pinto erste Diskussionen als BVdP-Vorstandsvorsitzender Reinhard Beyer deutlich die mangelnde Bereitschaft mancher Verbandsmitglieder monierte, die Informations-, Veranstaltungs- und Unterstützungsangebote des Verbands anzunehmen und appellierte an die Anwesenden, den Verband ganz einfach mit damit bei seiner Arbeit zu unterstützen. Ähnliches gelte für die Mitgliederabfragen des Verbandes, die eine wichtige Basis für Gespräche des Verbandes mit den Playern in der Schadensteuerung darstellten. Gleichwohl machten die anwesenden Betriebe klar, dass es im Tagesgeschäft nicht immer einfach sei, die teils umfangreichen Umfragen zu beantworten.

Auch Michael Pinto machte deutlich, dass man in den vergangenen beiden Jahren sehr viel für die Mitgliedsbetriebe getan habe.

Man habe zahlreiche Angebote für die Mitgliedsbetriebe erarbeitet, die Öffentlichkeitsarbeit intensiviert, massiv Lobbyarbeit in vielen Gesprächen mit den relevanten Playern geleistet und immer wieder im Sinne der Partnerbetriebe die Brandthemen aufgegriffen. Um die Mitglieder über die Verbandsarbeit auf dem Laufenden zu halten und mit Ihnen die wichtigen Themen zu diskutieren, biete man bereits seit einem Jahr eine Online Sprechstunde mit dem Geschäftsführer und Vertretern der Vorstandschaft an, die mittlerweile leider kaum mehr von den Verbandsmitgliedern angenommen werde.

Hier können Sie sich als Verbandsmitglied zur Online-Sprechstunde „Rede & Antwort“ anmelden >>>

Einstimmigkeit bei Entlastung und Satzungsänderungen
Nach dem Kassenprüfungsbericht wurden Vorstandschaft und Geschäftsführer einstimmig entlastet. Auch die vorgeschlagenen Satzungsänderungen (Möglichkeit einer Online- bzw. Hybrid-MGV und Genderklausel) wurden einstimmig bestätigt. Anschließend wurde der Haushaltsplan 2022 vorgestellt, offene Fragen dazu beantwortet, um dann ebenfalls unisono beschlossen zu werden.

Information und Dialog im zweiten Teil der MGV
Ganz anders als in den vergangenen Jahren kam der zweite Teil des Events nach dem gemeinsamen Mittagessen daher. Denn moderiert von Marco Senger und unter reger Beteiligung der Teilnehmer/innen griffen Michael Pinto, Reinhard Beyer, Jens Walther und Peter Vogel einige der Themen auf, die den Partnerbetrieben akut auf den Nägel brennen, aber auch Themen, die gerade an die Tür der Werkstätten klopfen.

Fachkräftemangel wird immer mehr zum Problem
Für Michael Pinto, und dafür fand er große Zustimmung im Plenum, ist der Fachkräfte eines der aktuell drängendsten Probleme. Auch die Akquise von Azubis werde immer schwerer. Hier entspann sich ein lebhafter Dialog unter den Teilnehmern zu ersten Lösungsansätzen bzw. über Bausteine auf dem Weg, sich für potentielle Arbeitnehmer/innen attraktiver zu machen.

Das etwas andere Schulungsangebot
Ein neues Projekt des Verbandes ist die BVdP-Akademie. Wie Co-Vorstand Jens Walther berichtete, wolle man hier auf einem Online-Portal nicht nur die üblichen, stark technisch geprägten Lehrinhalte vermitteln, sondern beispielweise auch Mitarbeitern in der Annahme technisches Basiswissen zur Verfügung stelle.

Damit könnten Servicemitarbeiter viele Fragen des Kunden im Vorfeld professionell beantworten ohne Kollegen aus der Werkstatt hinzuziehen zu müssen.

Das sorge für Entlastung, Imagegewinn und mehr Kompetenz. Einer der großen Vorteile dieses E-Learning-Formats sei, dass jeder (24/7) zu der Zeit, zu der er möchte, die Videos abrufen könne. Man vermeide auch den spürbaren Zeit- und Kostenaufwand sowie längere Abwesenheitszeiten im Betrieb. Die Resonanz der anwesenden Mitglieder zur BVdP-Akademie fiel dann auch durchweg positiv aus.

An der Elektromobilität führt kein Weg vorbei
Die Begeisterung für „sein“ Thema war ihm anzumerken, denn unser stellvertretender Vorstand Peter Vogel verdeutlichte faktenreich und mit großem Engagement, welche großen Chancen die Reparatur von elektrisch betrieben Fahrzeugen den Partnerbetrieben biete.

Unterstützt von Reinhard Beyer appellierte er an seine Kollegen/innen, sich schnellstens mit dem Thema E-Mobilität auseinanderzusetzen und die notwendigen Investitionen in Technik und Qualifikation zu tätigen. Nur so könne man sich aussichtsreich für die Zukunft aufstellen und bleibe ein attraktiver Reparaturpartner für FLIs.

Angesichts des spannenden Themas musste er sich einigen Fragen aus dem Teilnehmerkreis stellen. Zu Detailfragen, die am 22. Juni nicht abschließend beantwortet werden konnten (Spannungsschutzhandschuhe, Löschdecken, gesetzliche Vorgaben), wird der BVdP in Mitgliederinfos noch Antworten geben.

KI hält Einzug in die Werkstätten
Erste Tools zur automatisierten Kalkulation von Unfallschäden sind im Markt, weitere stehen wohl kurz vor der Marktreife. Grund genug für Michael Pinto, dieses Thema aufzugreifen und erste Orientierungshilfen zu Einsatzmöglichkeiten und Leistungsfähigkeit solcher Lösungen zu geben. Denn eines, so der BVdP-Geschäftsführer, sei sicher: „KI und Automatisierung werden Einzug in die Werkstätten halten. Wenn wir uns jetzt um diese Themen kümmern, haben wir die Chance, die Entwicklung in unserem Sinne mitzugestalten.“ Zusammen mit Reinhard Beyer konnte er dann noch mehrere Fragen zum praktischen Einsatz und dem entsprechenden Potenzial solcher Tools geben.

Es ist höchste Zeit für EcoRepair
Seit mehreren Jahren, immer wieder von Reinhard Beyer befeuert, macht sich der BVdP für die nachhaltige Reparatur von Unfallschäden stark. Deshalb hat man das bereits bestehende Label „EcoRepair“ wieder aufleben lassen, optisch aufgefrischt und markenrechtlich schützen lassen. Man wolle damit I vor E als ökologisch sinnvollen Reparaturweg weiter in die Köpfe von FLIs, Prüfdienstleister und auch Hersteller bringen. Nachhaltigkeit sei eines der wichtigsten Themen, das angepackt werden müsse, und werde auch immer mehr von den Autofahrern/innen gefordert.

In der sich anschließenden Diskussion wurde dann auch klar formuliert, dass Instandsetzen als Premiumleistung behandelt werden müsse und sich sowohl das Verhalten der Prüfdienstleister wie auch z. T. Herstellervorgaben ändern müssten, wenn man zukünftig auf diesem Weg, denn das gäben erste Zahlen her, Co2 reduziert reparieren wolle.

Ein starker Tag
Das letzte Wort im offiziellen Programm hatten Michael Pinto, Reinhard Beyer und Marco Senger. Sie zeigten sich erfreut über die lebendige Mitgliederversammlung, die offenen Worte der Teilnehmer und sprachen die Hoffnung aus, bei der nächsten MGV wieder mehr Teilnehmer begrüßen zu dürfen. Dass der Tag und der Verband bei den Teilnehmern Eindruck hinterlassen hat, das zeigten dann noch die zahlreichen und intensiven Gespräche beim gemeinsamen Abendessen.

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