Fachkräfte finden, binden und qualifizieren – Teil 2

Fachkräfte finden, binden und qualifizieren – Teil 2

Fachkräfte finden, binden und qualifizieren – Teil 2

Der Fachkräftemangel hat vieles verändert und führt dazu, dass man sich heute als Arbeitgeber bei den Mitarbeitern bewerben muss, um bei der Mitarbeitersuche Erfolg zu haben.

In der letzten Ausgabe haben wir Ihnen bereits einige Hilfsmittel vorgestellt, die Sie dabei unterstützen, ihre Mitarbeiter stärker an das eigene Unternehmen zu binden und die Gefahr eines Wechsels zu reduzieren. Heute gehen wir auf ein weiteres Instrument ein und behandeln das Thema „Feedbackgespräche“.

Nutzen Sie Feedbackgespräche

Ihre Mitarbeiter wollen geführt werden und Sie wollen vor allem wissen, wie die eigenen Leistungen vom Chef bewertet werden. Hier bietet sich ein regelmäßiges Feedbackgespräch an. Der Dialog ist dabei keine Einbahnstraße, denn ihre Mitarbeiter haben gleichzeitig die Möglichkeit, die eigene Sicht auf verschieden Dinge zu äußern und auch Ihnen oder einem weiteren Vorgesetzen ein Feedback zu geben.

Solche Gespräche, richtig umgesetzt, können wahre Wunder bewirken. Sie fördern das gegenseitige Verständnis für die beruflichen und betrieblichen Herausforderungen sowie für persönliche Rahmenbedingungen und Wünsche. Ihr Mitarbeiter wird an Themen beteiligt, ggf. in Entscheidungen involviert und darf seine Probleme und Wünsche äußern. All das steigert das Zugehörigkeitsgefühl und die Motivation. Durch Mitarbeitergespräche kann Ihr Personal die nötige Anerkennung und Wertschätzung für die geleistete Arbeit erhalten und die Sicht auf betriebliche Herausforderungen verändern.

Auch das Verständnis für Themen, die Sie als Chef oder Führungskraft beschäftigen, lässt sich mit der nötigen Transparenz und Offenheit steigern.  Doch Vorsicht! Mitarbeiter- und Feedbackgespräche als neues Führungsinstrument können am Anfang Ängste bei dem Personal verursachen. Nehmen Sie diese Ängste ernst und kommunizieren Sie vor der Einführung ganz klar, warum diese Gespräche eingeführt werden und warum sie wichtig sind.  

Die Vorteile von Mitarbeiter/Feedbackgespräche sind vielseitig:

  • Vertrauensbildung
  • Wertschätzung
  • Warnsystem für unzufrieden Mitarbeiter
  • Motivation
  • Bindung an das Unternehmen
  • Weiterqualifizierung
  • Problemlösungen
  • Ursachenerkennung
  • Vermeiden von Betriebsblindheit
  • Gegenseitiges Verständnis

Gespräche unbedingt gut vorbereiten

Die Vorbereitung auf solche Gespräche ist wichtig. Schaffen Sie sich eine kleine Datenbank, in der Sie mitarbeiterbezogene Informationen festhalten. Welche Informationen sind für solche Gespräche sinnvoll: Arbeitsleistung, sowohl gute als auch schlechte, Verhalten, Umgang mit Kollegen, Pünktlichkeit, besonderes Können, fehlende Fähigkeiten und Probleme mit speziellen Arbeitsaufgaben.

Je nach dem wie häufig (ein bis zwei mal jährlich) Sie solche Gespräche führen, fehlen Ihnen sonst die notwendigen Informationen.   

Wie kann ein solches Gespräch ablaufen?

  • Eröffnung
    Schaffen Sie eine entspannte Atmosphäre und minimieren die Angst der MA.
    Vereinbaren Sie die Gesprächsziele und den Ablauf.
    Sprechen Sie ggf. Fragen und Probleme aus der Vorbereitung an.
  • Selbsteinschätzung
    Bevor Sie an der Reihe sind, lassen Sie den MA die eigene Leistung beurteilen. Lassen Sie sich sowohl positive wie auch negative Einschätzungen begründen und fragen Sie bei Unklarheiten nach. Nur so erhalten Sie die notwendigen Informationen und können zielgerichtet auf den MA reagieren.
  • Abgleich mit Ihrer Einschätzung
    Bestätigen und begründen Sie Gemeinsamkeiten. Loben Sie stärken und erkennen Sie gute Leistungen an. Das zeigt dem Mitarbeiter, dass Sie als Chef den Mitarbeiter anerkennen und wertschätzen.
    Sprechen Sie Schwächen sachlich an und begründen Sie, warum Sie das so sehen. Bringen Sie gegebenenfalls eine erste Idee zur Beseitigung der Schwächen ins Spiel und halten Sie diese fest.
    Lassen Sie unterschiedliche Sichtweisen nicht einfach so stehen, sondern klären Sie diese.
  • Endgültige Bewertung 
    In berechtigten Fällen korrigieren Sie Ihre Bewertung und teilen es dem MA mit. Bei abweichenden Beurteilungen überzeugen Sie den MA, warum die Beurteilung anders ist als dessen Selbsteinschätzung. Ergänzen Sie gegebenenfalls die Abweichungen durch Beispiele aus Ihren Notizen. Besprechen Sie die Abweichungen mit dem MA und lassen Sie ihn dazu Stellung nehmen, um Unklarheiten zu beseitigen. Es darf dabei nicht der Eindruck einer ungerechten Beurteilung entstehen.
  • Entwicklungsperspektiven
    Lassen Sie sich die Ziele und Wünsche Ihres MA vorstellen. Gleichen Sie das mit Ihrer Sicht ab. Erarbeiten Sie gemeinsam mit Ihrem MA Lösungsansätze wie Weiterbildungs- Qualifikations- bzw. Veränderungsbedarf. Manchmal sind es auch Kleinigkeiten wie Werkzeuge oder ein nicht geeigneter Arbeitsplatz.
    Vereinbaren Sie gemeinsam mit Ihrem MA Maßnahmen und definieren Sie einen Zeitraum für diese Maßnahmen.
  • Abschluss
    Fassen Sie die Ergebnisse mit den wichtigsten Kernaussagen zusammen und erstellen Sie ein kurzes Protokoll, um Fortschritte zu messen und die Einhaltung der Vereinbarungen zu überprüfen. Geben Sie sich gegenseitig ein Feedback zu dem Gesprächsverlauf.
    Schließen Sie das Gespräch positiv ab. Zum Beispiel mit einer Perspektive für die Zukunft, das Aussprechen von Vertrauen oder mit einer optimistischen Betrachtung des Gesprächs. 

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