Fachkräfte finden, binden und qualifizieren – Teil 1

Fachkräfte finden, binden und qualifizieren – Teil 1

Fachkräfte finden, binden und qualifizieren – Teil 1

Ein Beitrag von Michael Pinto.

Das Thema Fachkräftemangel beschäftigt nicht nur unsere Branche und führt immer mehr Unternehmen an ihre Leistungsgrenzen. Das gibt dem Begriff „Mitarbeiterbindung“ eine enorm wichtige Bedeutung.

Wenn sich schon keine neuen Mitarbeiter finden lassen, dann sollten Überlegungen zum Tragen kommen, wie sich das vorhandene Personal so gut es geht an das Unternehmen binden lässt.

Klar, es gibt kein Patentrezept, das sich aus der Schublade ziehen lässt, und nicht alles passt auf jedes Unternehmen und zu jedem Mitarbeiter. Trotzdem sollte man sich als Unternehmer fragen, wie sich Mitarbeiter nachhaltig binden lassen.

Dabei ist Geld nicht das richtige Instrument. Geld verliert schnell die gewünschte Wirkung, was nicht heißen soll, dass es nicht wichtig ist, aber es ist immer nur ein Teil der Lösung.

Was also wünschen sich Mitarbeiter? Auch diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Nehmen wir einfach ein paar Beispiele:

Flexible Arbeitszeiten: Ein junger Familienvater möchte auch gerne an dem Heranwachsen seiner Kinder teilhaben. Manchmal wirken deshalb flexible Arbeitszeiten schon Wunder. Muss die Arbeitszeit unbedingt von 08:00 bis 17:00 Uhr gehen? Lässt sich der Arbeitsbeginn vorziehen oder nach hinten verschieben? Damit wäre Zeit für die Familie gewonnen und der gemeinsame Besuch des Spielplatzes oder einfach einmal ein Eis essen wäre auch außerhalb des Wochenendes möglich. Durch flexible Arbeitszeiten lassen sich auch potenzielle Konfliktherde innerhalb der Familie beseitigen. Meist sind beide Elternteile berufstätig, da stellt sich schon die Frage: Wer bringt das Kind in den Kindergarten? Flexible Arbeitszeiten können an der ein oder anderen Stelle Konflikte verhindern und Mitarbeiter zufrieden machen. Was sich auch auf die eigene Arbeitgebermarke auswirkt, wenn im Freundeskreis erzählt wird „Du kannst nur am Wochenende mit deiner Familie was unternehmen. Ich schaffe das auch in der Woche, weil mein Arbeitgeber mir flexible Arbeitszeiten ermöglicht.“
Und seien wir mal ehrlich, ist es nicht (fast) immer egal, ob ich um 6:00 Uhr oder um 8:00 an dem Fahrzeug arbeite.

Gesundheitsfördernde Maßnahmen: Ein anderer Mitarbeiter versucht seit Jahren mit dem Rauchen aufzuhören und schafft es einfach nicht. Zertifizierte gesundheitsfördernde Arbeitgeberleistungen im Bereich der Gesundheitsprävention nach § 3 Nr. 34 EstG können ein Baustein für Mitarbeiterbindung sein. Denn Sie als Arbeitgeber können für bestimmte Gesundheitsmaßnahmen einen Freibetrag von 600 Euro je Arbeitnehmer in Anspruch nehmen. Informieren Sie sich z. B. bei Ihrem Steuerberater oder der Krankenkasse, welche Maßnahmen darunterfallen. Ihr Mitarbeiter wird es Ihnen danken, spart sogar eine Menge Geld und lebt gesünder.

E-Fahrzeug: Dann gibt es noch die Mitarbeiter, die gerne ein E-Fahrzeug fahren möchten, aber keine Möglichkeit haben, es (kostenfrei) aufzuladen. Bieten Sie Ihrem Mitarbeiter doch einfach diese Möglichkeit, wenn Ihr Unternehmen über Ladesäulen verfügt. Im Moment werden nicht öffentliche Ladepunkte noch gefördert. Wenn Sie dann durch Photovoltaik den Strom noch selbst produzieren, wird die Sache richtig rund. Das Laden privater Elektrofahrzeuge oder Plug-in-Hybride des Arbeitnehmers beim Arbeitgeber sind steuer- und sozialabgabenfrei. Hierfür gibt es keine Obergrenzen. Die Steuerbefreiung hat der Gesetzgeber hierfür bis Ende 2030 festgeschrieben (BMF, Schreiben v. 29. September 2020, IV C 5 – S 2334/19/10009:004). Sie haben dann einen glücklichen E-Fahrzeugfahrer, der sein E-Fahrzeug während der Arbeitszeit bei Ihnen laden kann.  Im Freundeskreis wird er erzählen, was für einen coolen Arbeitgeber er hat und auch das wirkt sich wiederum positiv auf Ihre Arbeitgebermarke aus. Und bei den heutigen Spritpreisen ist das vielfach mehr wert als eine entsprechende Lohnerhöhung.

Mein Fazit: Menschen sind Individuen und immer einzigartig mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Vorlieben. Wir müssen in Zukunft viele Dinge neu denken und vieles anders angehen, weil sich vieles verändert. Wenn wir deshalb mit dem Ansatz herangehen, „was wünscht sich der einzelne Mitarbeiter mit seinen individuellen Bedürfnissen, seinen Vorlieben, seinen Lebensumständen“, dann lässt sich mit Sicherheit eine passende Lösung finden, mit der Sie die Loyalität Ihrer Mitarbeiter zu Ihrem Unternehmen erhöhen.

Eines gilt jedoch für alle Menschen egal ob im beruflichen oder privaten Leben, egal ob Arbeitnehmer oder Unternehmer, zeigen und leben Sie „Wertschätzung“.

Wenn Sie diese Seite weiter verwenden, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. mehr Infos

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie weitersurfen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Schließen