Nichts als Krise – und dann?

Nichts als Krise – und dann?

Nichts als Krise – und dann?

Wie steht die Unfallreparaturbranche in Deutschland nach der Krise da? Der Blick in die Zukunft ist immer gewagt, aber einige zentrale Aspekte sind absehbar und in der Konsequenz sieht es ganz ordentlich aus für die K+L-Betriebe.

Zunächst: Die deutsche Wirtschaft wird einen Knacks bekommen. Wie gravierend dieser ausfällt, hängt von der Dauer und der Art der Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie und der wirtschaftlichen Folgen ab. Kurzarbeit und ein Anstieg der Arbeitslosigkeit drosseln den Konsum in- und ausländischer Produkte und Dienstleistungen. Stärker wiegt für das deutsche Exportland die gedrosselte Auslandsnachfrage aus den Volkswirtschaften, die noch deutlich stärker leiden. Der Staat als Investor dürfte sich schwertun, da er ohnedies die teuren Folgen mit geringeren Einnahmen zu finanzieren hat.

Klassischerweise sind die Folgen daraus im Automobilsektor, dass sowohl private als auch Flotten-Fahrzeuge länger genutzt und Schäden häufiger repariert werden. Eine weitere Auswirkung der flauen Wirtschaft wird sein, dass Fernreisen seltener angetreten werden und die Inlandsmobilität steigt. Dieser Effekt wird verstärkt durch eine kritischere Haltung gegenüber als risikoreich eingestuften Urlaubszielen und gegenüber der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Zwei weitere Konsequenzen der aktuellen Mobilitätseinschränkungen werden bereits sichtbar: Wer nicht oder weniger Auto fährt, verliert Routine; wer sich noch auf der Straße bewegt, wird leichtsinniger.

Die steigende Verkehrsdichte und die Fahrweisen werden zu einem hohen Niveau an Unfallschäden führen, das über dem Niveau vor dem Lockdown liegt.
Die steigende Nachfrage wird auf ein verringertes Angebot an Reparaturbetrieben stoßen. Zwar hat die Bundesregierung die Regelungen zur Insolvenzantragspflicht vorübergehend gelockert und werden über die öffentlichen Darlehen auch angeschlagene Betriebe finanziert, doch früher oder später wird es auch hier Insolvenzen geben und freiwillige Betriebsaufgaben.

Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage bedeutet für diejenigen Betriebe, die nicht nur in der Krise professionell gemanagt werden, eine Entwicklungs- und Wachstumschance – auf diese gilt es sich jetzt schon vorzubereiten. Das bedeutet aber auch eine Auswirkung auf das Preisgefüge, wenn Betriebe zunehmend den rentablen Volumenkunden Vorrang gewähren und in den kommenden Preisverhandlungen einkalkulieren, dass sie sowohl ihre qualifizierten Mitarbeiter angemessen entlohnen als auch mit ihrer Arbeitsleistung wenigstens den betrieblichen Aufwand decken.

Auf Sicht kann also die aktuelle Krise ihren Beitrag dazu leisten, dass die Branche sich konsolidiert, dass Stundenverrechnungssätze und Entgelte für die erbrachten Leistungen mit Augenmaß ausgehandelt werden und damit ebendiese Erträge erwirtschaftet werden, die für steigende Kosten und Investitionen benötigt werden. Die Krise ist aber nur der Steigbügelhalter, aufsteigen müssen die Betriebe.

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