Rückblick 2020

Rückblick 2020

Rückblick 2020

BVdP-Bilanz 2020
Kooperatives Schadenmanagement wichtiger denn je

Das alles beherrschende Thema des gerade zu Ende gegangen Jahres war natürlich die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf das öffentliche Leben, also auch auf die Reparaturbranche. Für den BVdP und dessen Verbandsarbeit zeichneten sich dabei schnell zwei Schwerpunkte ab. Zum einen mussten Mitgliederversammlung und Netzwerkstatt abgesagt werden und zum anderen kam zu den Kernthemen des BVdP das Engagement für eine angemessene und leistungsgerechte Entlohnung der von den Partnerbetrieben nun zu leistenden Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen hinzu. Und dabei immer wieder klar zu machen, dass diese Entlohnung klar von einer auch ohne Corona längst fälligen Erhöhung des SVS getrennt werden muss.

Neben der Absage der beiden großen BVdP-Events mussten wir natürlich auch organisatorische Lösungen für Best-Practice-Zirkel und Stammtische sowie die interne Zusammenarbeit im Verband finden. Dank eines starken Teams und beträchtlichen Engagements der BVdP-Kollegen/innen waren diese Hürden schnell überwunden, eine Vielzahl der Zirkel und Stammtische konnte direkt oder virtuell stattfinden und die interne Zusammenarbeit funktioniert auch auf digitalem Weg sehr gut.

Unterstützung der Betriebe in der Pandemie
Mit dem ersten Lockdown im März 2020 begann vor allem für die Vorstandschaft und Geschäftsführung des BVdP eine ereignis- und arbeitsreiche Zeit. Durch den Brandbrief des BVdP-Vorstandes Reinhard Beyer, in dem er Steuerer und Versicherer aufforderte, die Partnerbetriebe so weit als möglich zu unterstützen, und durch die zahlreichen „internen“ Gesprächen mit FLI haben wir sicherlich einen Anteil daran, dass Desinfektionspauschalen gezahlt wurden, dass Liquiditätshilfen geschaffen wurden und dass weitere vielfältige Maßnahmen wie das Bemühen mancher Versicherer, vermeintlich uneinholbare Aufträge doch noch den Partnerbetrieben zugänglich zu machen, umgesetzt wurden. Hinzu kommt unser Entschluss, die Mitgliedsbeiträge für die Verbandsmitglieder kurzfristig und unbürokratisch auf die Hälfte zu reduzieren.

Erfolge in Sachen Kosten für Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen
Was anfangs gut funktionierte, entwickelte sich im Laufe des Jahres zu einem thematischen Dauerbrenner. Denn kaum hatte sich der BVdP öffentlich bei allen Marktbegleitern für deren Unterstützung bedankt und kaum waren im Sommer die ersten Lockerungen realisiert, ließ auch die Bereitschaft mancher Partner aus FLI nach, die immer noch richtigen und wichtigen Hygienemaßnahmen, die Werkstätten zum Schutze von Kunden und des eigenen Teams zu leisten hatten, angemessen zu entlohnen. Mit massivem Einsatz, auch hinter den Kulissen, haben wir es aber geschafft, die Interessen der BVdP-Mitgliedsbetriebe bei unseren Partnern im Schadenmanagement zu vertreten und in der Breite gemeinsam akzeptable Lösungen herauszuarbeiten. Gerade die Diskussionen im Dezember 2020 und deren „versöhnliches“ Ende zeigen dabei, wie wichtig und wirkungsvoll der Einsatz des BVdP für die im Schadenmanagement aktiven Werkstätten ist.

Kooperatives Schadenmanagement wirkt
Der Pandemie geschuldet haben wir das Jubiläum 10 Jahre BVdP bewusst der aktiven Verbandsarbeit untergeordnet. Unserer Leitlinie aber, der wir seit 2010 folgen, dem kooperativen Schadenmanagement sind wir treu geblieben und gerade im vergangenen Jahr hat sich gezeigt, dass das Geschäft rund um die gesteuerten Schäden nur dann sinnvoll funktioniert, wenn alle Player davon profitieren. Deshalb werten wir es als positives Signal, dass wir nach einer Zeit der Funkstille schon Anfang 2020 wieder in Gespräche mit der HUK eingetreten sind, in dem wir unsere Positionen klar formulieren und bereits erste Ergebnisse erzielen konnten. Auch in den Gesprächen mit der Innovation Group ist es uns gelungen, wichtige Impulse für die Bewertung nach den Leistungsbausteinen und dem daraus resultierenden SVS sowie zu einer realistischeren Betrachtung der Stornoquote oder der Qualitätskriterien zu geben. Grundsätzlich gilt hier, dass der BVdP keine rückwärtsgewandte Politik des Verhinderns betreibt, sondern aktiv die Marktbedingungen im Sinne seiner Mitgliedsbetriebe mitgestaltet und sich den Veränderungen im Markt stellt.

Bei Kernthemen am Ball geblieben
In allen Gesprächen, Verhandlungen und Diskussionen sind aber die Kernthemen des BVdP nicht auf der Strecke geblieben. Denn überaus deutlich wurde beispielsweise vom neuen BVdP-Geschäftsführer Michael Pinto, der Robert Paintinger zum 01.11.2020 im Amt folgte, immer wieder darauf hingewiesen, dass leistungsfähige Werkstattbetriebe das Rückgrat eines funktionierenden Schadenmanagements sind.
Der Erhalt der Leistungsfähigkeit aber stellt jeden einzelnen Betrieb vor immer größere Herausforderungen, da hier massive Investitionen gefordert sind.
Die Themen kennen wir alle: Neue Antriebsformen, neue Reparaturtechniken, Fachkräftemangel und natürlich alle Facetten des Megathemas Digitalisierung. Werkstätten, die auch in Zukunft im Wettbewerb erfolgreich sein wollen, müssen vor allen Dingen innovations- und investitionsfähig bleiben. Die Grundlage dafür ist schlicht und einfach eine angemessene Entlohnung.
Deshalb ist und bleibt das Thema „angemessene Rahmenbedingungen für die Werkstätten in der Schadensteuerung“ eines unserer zentralen Handlungsfelder. Der BVdP setzt dabei weiterhin auf das kooperative Schadenmanagement, das federführend von Robert Paintinger und dem BVdP-Vorstand in den letzten zehn Jahren im ebenso kritischen wie konstruktiven Dialog mit FLI zu einem einmaligen Erfolgsmodell entwickelt wurde. Das heißt, wir agieren als starker Wirtschaftsverband, der das fundamentale Gesamtinteresse aller Mitgliedsbetriebe konsequent und lösungsorientiert vertritt.

Interessenvertretung bei den relevanten Playern im Schadenmanagement
Auch wenn in 2020 viele direkte Gesprächsrunden nicht möglich waren, ist der BVdP mit einer Vielzahl der Marktteilnehmer, die Einfluss auf die aktuelle Situation und auf die Zukunftsausrichtung der Werkstätten haben, als Interessenvertreter aktiv im Gespräch geblieben. Da stehen ab erster Stelle die Repräsentanten aus dem Bereich FLI, aber auch die Vertreter anderer Verbände, der Digital- und Kontrolldienstleister der Branche sowie der Lackindustrie zählen dazu.

Kennzahlen für das Schadenmanagement
Die Kostenstudie sowie die Konjunktur- und Stimmungsabfrage des BVdP haben sich in der Branche etabliert, liefern wichtige Erkenntnisse zum Status Quo des Schadenmanagements und finden regelmäßig Widerhall in Fachpresse und bei den FLI-Gesprächspartnern. Gerade im Corona-Jahr konnten wir auf Basis der Ergebnisse unserer Studien den Finger in die Wunde legen und wichtige Überzeugungsarbeit für den fairen Umgang mit den Partnerbetrieben leisten. Darüber hinaus haben wir in 2020 auch eine Umfrage zum Thema Digitalisierung durchgeführt, die uns aufschlussreiche Ergebnisse zu den digitalen Handlungsfeldern, auf denen wir uns verstärkt einbringen werden, geliefert hat.

Schadensteuerer des Jahres
Mit der Provinzial Rheinland haben wir Anfang September auf Basis einer umfassenden Bewertung durch die Mitgliedsbetriebe einen Versicherer als Schadensteuerer des Jahres ausgezeichnet, der die Schadensteuerung als Premiumleistung am gemeinsamen Kunden von Versicherern und Werkstätten betrachtet, die nicht ohne vertrauensvolle Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Werkstatt und Steuerer funktionieren kann. Das belegt auch das ausgezeichnete Feedback aus den Werkstätten zur Zusammenarbeit mit der Provinzial Rheinland über alle erhobenen Kategorien hinweg.

m.o.r.e wächst weiter
Die Leistungsmarke m.o.r.e hat im vergangenen Jahr trotz Corona-Pandemie weitere qualitative Schritte nach vorn gemacht. Das Netz ist dichter geworden und wir arbeiten gerade intensiv daran, den m.o.r.e-Werkstätten weitere Werkzeuge und Unterstützung zur Weiterentwicklung in den oben genannten Zukunftsfeldern an die Hand zu geben. Hier arbeiten der Vorstand, die Geschäftsführung intensiv mit den Betrieben der m.o.r.e-Ideenschmiede zusammen, um nachhaltige und praxisorientierte Hilfestellungen und Lösungen zu erarbeiten. Hier sind im zweiten und dritten Quartal wichtige Impulse und Signale sowohl für die Fachbetriebe wie auch für FLI zu erwarten.

Eine starke Interessenvertretung
2020 war auch für den BVdP ein Jahr des Wandels. Denn vor allem das Thema Digitalisierung mit all seinen Schauplätzen stellt eine nie dagewesene Herausforderung dar und fordert an vielen Stellen einen neuen, anderen Blick auf unser Handeln. Wenn wir als Verband, als Interessenvertretung, als Gemeinschaft der Werkstätten in der Schadensteuerung den Perspektivenwechsel annehmen, dann haben wir die Chance, unsere, aber auch die Zukunft der Branche aktiv mitzugestalten und Rahmenbedingungen zu schaffen, die unsere Wettbewerbsfähigkeit sichern.

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