SPN mit neuer, alleiniger Geschäftsführerin

SPN mit neuer, alleiniger Geschäftsführerin

SPN mit neuer, alleiniger Geschäftsführerin

Unerwartet ließ in der ersten Aprilwoche die Meldung die Schadenwelt aufhorchen, dass es zum 1. Mai zu einem Wechsel in der Geschäftsführung des SPN Service Partner Netzwerk GmbH kommen werde. Mit Dimitra Theocharidou-Sohns übernimmt eine ausgewiesene Expertin für Schadenthemen die Verantwortung als alleinige Geschäftsführerin, während sich die bisherigen Geschäftsführer der drei Hauptanteilseigner aus der ersten Reihe verabschieden und sich laut Fachpresse wieder vermehrt den Aufgaben in ihren jeweiligen Unternehmen widmen wollen.

Die Diplom-Wirtschaftsinformatikerin (BA) und Master of Business Administration (MBA) Theocharidou-Sohns war vor ihrem Wechsel zur SPN Mitgeschäftsführerin der GTÜ, davor auf Geschäftsleitungsebene bei der Audatex AUTOonline GmbH und zu Beginn ihrer Laufbahn lange Jahre bei der Deutschen Automobil Treuhand tätig.

Wir konnten Frau Theocharidou-Sohns kurz vor Ihren Start bei SPN für ein exklusives NewsMonitor-Interview gewinnen.

NewsMonitor:
Frau Theocharidou-Sohns, Sie wechseln nach einigen Führungspositionen im dt. Schadenbusiness zum 1. Mai an die Spitze des SPN-Netzwerks, wie geht es Ihnen dabei, was bedeutet der Wechsel für Sie?

Dimitra Theocharidou-Sohns:
Für mich persönlich bedeutet der Wechsel natürlich Veränderung und einen Perspektivenwechsel. Wer mich kennt, weiß, dass ich es sehr schätze, Herausforderungen zu suchen und aktiv mitgestalten zu können. Deshalb freue ich mich auf die neue Aufgabe, auf die Menschen, denen ich dort begegnen werde und auf viele alte Bekannte aus der Werkstatt- und Versichererwelt. Ich werde mich nun natürlich wieder wesentlich tiefer mit dem Thema Schadensteuerung auseinandersetzen, die Prozesse dort neu betrachten und die Entwicklung der Schadensteuerung aktiv begleiten.

NewsMonitor:
Noch vor wenigen Jahren, als Audatex und BVdP das Projekt Qualicar voranbringen wollten, führten Sie seitens AXO verantwortlich die Gespräche mit dem BVdP Team. Mit Ihrem Wechsel zur GTÜ hat man sich dann etwas aus den Augen verloren. Nun sind Sie aber so richtig bei der Schadensteuerung angekommen. Was konnten Sie aus den letzten Jahren für den neuen Job mitnehmen?

Dimitra Theocharidou-Sohns:
Die GTÜ ist eine Prüf- und Sachverständigenorganisation, die zu 100 Prozent den Fokus auf die Werkstätten und Autohäuser gerichtet hat. Die Kunden der GTÜ-Partner sind unter anderem die Werkstattfachbetriebe, deshalb habe ich den Kontakt zu den Partnerbetrieben nie verloren, auch wenn die Schadensteuerung nicht auf der Agenda stand. In den Jahren bei der GTÜ konnte ich weitere Bereiche intensiv kennenlernen, die auch für die Werkstätten relevant sind. Ich spreche da beispielsweise von hoheitlichen Dienstleistungen, Arbeits- und Betriebssicherheit, Technischen Dienst, Qualitätssicherung und Anlagensicherheit und den Prozessen dahinter.

Eine ganz wesentliche Erfahrung war die Arbeit mit dem Partnernetzwerk der GTÜ. Das ist das Herz der Organisation, hier geht es mit den Partnern für die Partner, das ist die GTÜ-DNA. Das Prinzip des Netzwerks ist im Wesentlichen das Miteinander, hier steht die Win-Win-Situation im Vordergrund. Das zu erfahren, war für mich eine sehr starke Bereicherung und dafür bin ich sehr dankbar. Ich konnte sehen, wie ein komplexes Netzwerk mit Standards funktionieren kann und dabei mit großer Kundennähe, mit sehr viel Kompetenz und Flexibilität punktet. Dabei spielen die Menschen eine ganz wichtige Rolle. Das sind meine persönlichen Weiterentwicklungsthemen in den letzten drei Jahren gewesen, die ich mit Sicherheit bei meinen nächsten Aufgaben einbringen kann.

NewsMonitor:
Wir erleben gerade herausfordernde Zeiten. Themen wie Pandemie, Preissteigerungen, aber auch Nachhaltigkeit und Elektromobilität prägen natürlich auch das Reparaturgeschäft. Welche Veränderungen hat dieser intensive Wandel zum einen für die Schadensteuerung, welche Entwicklungen erwarten Sie hier. Zum anderen, wie, glauben Sie, muss sich die Werkstatt von morgen aufstellen?

Dimitra Theocharidou-Sohns:
Wie sich in den letzten Jahren immer wieder gezeigt hat, ist das Thema Schadensteuerung sehr stark mit dem Thema Vertrauen verbunden. Wir haben in Sachen Wandel vielleicht eine Vorstellung davon, können aber nicht abschließend beurteilen, welche Veränderungen in welchem Maße in den nächsten Jahren eintreten werden. Deshalb spielt das Vertrauen eine so große Rolle in einer Partnerschaft, denn Vertrauen bedeutet, dass man Komplexität reduziert und Spielräume lässt, die flexible Reaktionen auf Wandel erlauben. Nur so lässt sich für alle Beteiligten eine partnerschaftliche Zusammenarbeit und als Ergebnis eine Win-Win-Situation erreichen. Da müssen wir alle näher zusammenrücken und immer wieder aus den Entwicklungen wie auch aus unseren Fehlern lernen.

Für die Werkstätten bedeutet das, angesichts der Veränderungen, auf die sie treffen, handlungsfähig zu bleiben, also immer Optionen, Alternativen zu haben und reagieren zu können. Im Schadenmanagement ist das Fundament dafür gegenseitiges Vertrauen, daran müssen wir arbeiten. Momentan weiß ja niemand, wo ganz genau die Reise hingeht, wir können aber dennoch davon ausgehen, dass die großen Herausforderungen für die Werkstätten im digitalen Bereich, bei der eigenen Vermarktung, aber auch im optimierten Umgang mit den Ressourcen und der Infrastruktur zu finden sind. Die Werkstätten müssen agil bleiben, um offen auf Veränderungen reagieren zu können. Dazu brauchen sie aber das Vertrauen ihrer Partner im Schadenmanagement.

NewsMonitor:
Wie glauben Sie, schaffen es Schadensteuerer wie SPN und Werkstätten im Zusammenspiel, sich im Sinne einer Win-Win-Situation optimal für die Zukunft aufzustellen?

Dimitra Theocharidou-Sohns:
Ich beziehe mich da auf meine vorausgegangene Antwort: Mit gegenseitigem Vertrauen und dem Willen, auch die Perspektive des Partners ernsthaft zu betrachten. Dabei müssen wir natürlich auch auf Kosten schauen. Wenn ich an einer bestimmten Stelle optimieren will, muss ich die Prozesse auf beiden Seiten betrachten. Die Win-Win-Situation entsteht dann, wenn man gemeinsam die Prozesse auf den Prüfstand stellt und dabei darauf vertrauen kann, dass beide Seiten nicht nur das Beste für sich im Fokus haben. Die Devise muss lauten: das Beste für Dich und das Beste für mich, und das Allerbeste für unseren gemeinsamen Kunden. Das ist ein kontinuierlicher und anstrengender Prozess, der von allen viel Kommunikation und Transparenz verlangt, an dessen Ende im Idealfall Loyalität entsteht.

NewsMonitor:
Stichwort m.o.r.e: Während Ihrer Zeit bei Audatex hatten Sie ja bereits in einem gemeinsamen Projekt Berührungspunkte zur Leistungsmarke m.o.r.e, konnten Sie auch während Ihrer Zeit bei GTÜ m.o.r.e weiter im Markt wahrnehmen?

Dimitra Theocharidou-Sohns:
Natürlich, da die Kunden der GTÜ auch Werkstätten sind, konnte ich immer wieder einen Seitenblick auf m.o.r.e werfen und die Weiterentwicklung der Marke verfolgen. Und mit den Menschen, die in den Werkstätten hinter der Marke m.o.r.e stehen und die die Marke leben, hatte ich auch während meiner Zeit bei der GTÜ viele Anknüpfungspunkte. Ich freue mich jetzt schon unheimlich darauf, im neuen Job wieder auf alte Bekannte zu treffen, aber auch neue Kontakte zu knüpfen, dabei spannende Anregungen zu erhalten und gemeinsam das Projekt Schadensteuerung konstruktiv zu gestalten.   

NewsMonitor:
Frau Theocharidou-Sohns, vielen Dank für das spannende Gespräch.

Wenn Sie diese Seite weiter verwenden, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. mehr Infos

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie weitersurfen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Schließen