SVS – Was ist hier fair?

SVS – Was ist hier fair?

SVS – Was ist hier fair?

Zur Notwendigkeit von Stundenverrechnungssatz-Erhöhungen ist in den vergangenen Wochen und Monaten – auch und besonders vom BVdP – viel gesagt worden. Vor dem Hintergrund steigender Kosten und erforderlicher Investitionen leuchtet das grundsätzlich allen am Markt Beteiligten ein.

Auch eine Größenordnung erforderlicher Preiserhöhungen wurde hier und da skizziert. Dabei stellt sich aber schon die Frage, worauf die Berechnung abzielt. Soll der neue Stundenverrechnungssatz nur Kostenerhöhungen auffangen, soll er zusätzlich die Investitionsfähigkeit stärken oder soll er gar darüber hinaus dem Betrieb ermöglichen, qualifizierte Arbeitnehmer angemessen zu entlohnen? Der BVdP hat es sich zur Aufgabe gemacht, marktseitig für Transparenz zu sorgen und marktpolitisch das Feld zu bereiten, um den Weg für konstruktive Verhandlungen und für faire Rahmenbedingungen zu wappnen.

Zur letztgenannten Fairness gehört immer auch die Angemessenheit des Stundenverrechnungssatzes beim jeweiligen Kunden. Zwei Überlegungen sollen dabei zum Nachdenken anregen.

Erstens macht es bei den Volumenkunden einen bedeutenden Unterschied, welche Positionen und Kostenfaktoren gesondert berechnet werden und somit nicht in die Gemeinkosten einbezogen werden. Der (pro verkaufte Stunde) dahinterstehende Aufwand sollte also bei diesen Partnern in den Preis einbezogen werden. Aber eben nur bei diesen. Denn der gedankliche Aufschlag darf ja nicht für diejenigen gelten, die diese Leistung regulär vergüten.

Zweitens gilt auch in der Schadensteuerung das Prinzip von Leistung und Gegenleistung. Die jeweils vereinbarten Nebenleistungen und der organisatorische Aufwand sind jedoch schon sehr unterschiedlich von Kunde zu Kunde. Auch das sollte eine preiserhöhende oder -mindernde Wirkung haben. Ebenso sollte die Gegenleistung angemessen in die Preisüberlegungen einbezogen werden. Hier sind vor allem die Größenordnung des gesteuerten Volumens und die planbare Verlässlichkeit wichtige Faktoren. Also müssen auch kostenmindernde Aspekte – hier der betriebliche Aufwand für Akquisition und Marketing des Auftragsvolumens – in die Preisbildung einfließen.

Beide Aspekte, das war der Ausgangspunkt, haben etwas mit Fairness zu tun, einer Tugend, die Betriebe und der BVdP mit gutem Recht von den Partnern einfordern – aber auch selbst den Partnern bieten müssen, um glaubwürdig zu bleiben und die gesteckten Ziele zu erreichen. Preisbildung und -verhandlung ist und wird immer mehr zur Arbeit und Unternehmeraufgabe. Diese beginnt dort, wo Positionen aus GuV-Konten oder Unterkonten durch die verkauften Stunden dividiert und den Kostenverursachern zugeordnet werden. Und die Aufgabe wird da spannend, wo geplante Kostenentwicklungen ebenso kundenspezifisch aufgedröselt und pro verkaufte Stunde berechnet werden. Im Ergebnis verfügt der Unternehmer über beste Argumente für seine Verhandlungen und es greifen die Strategie des BVdP und das Vorgehen der Betriebe zielsicher ineinander. Und für eine Fairness für alle Beteiligten ist wieder etwas getan.

Die Abbildung zeigt einen GuV-basierten Stundenverrechnungssatzrechner, der periodenwerte miteinander vergleicht und die einzelnen GuV-Positionen pro verkaufte Stunde betrachtet. Nimmt man statt zweier Periodenwerte nur einen Periodenwert und einen Planwert, lässt sich auch ein Zielergebnis berücksichtigen.

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