Volles Haus bei der BVdP Netzwerkstatt

Volles Haus bei der BVdP Netzwerkstatt

Volles Haus bei der BVdP Netzwerkstatt

Volles Haus und Netzwerken pur bei der Netzwerkstatt 2016 in Kassel.

Auch in diesem Jahr standen Gespräche zwischen Partnerwerkstätten, Versicherern, Flotten und Schadendienstleistern im Mittelpunkt der Netzwerkstatt des BVdP. Ende Februar diskutierten mehr als 350 Teilnehmer in Kassel zudem die fortschreitende Digitalisierung in der Unfallschadenregulierung und kamen zu dem Fazit: Die digitale Schadenwelt dreht sich noch langsam.

„Wir erwarten viele gute Gespräche“

Die Erwartungshaltung der Teilnehmer zu Beginn der Netzwerkstatt war eindeutig: „Ich denke wir führen hier in Kassel wieder viele gute Gespräche mit Kollegen und vor allem Schadenmanagern über die Frage, wo unsere Branche hinsteuert“, erklärte Benedikt Müller, Geschäftsführer der Firma Berger Karosserie- und Fahrzeugbau GmbH aus Frankfurt. Für Stefan Artz, Mitglied der Geschäftsleitung Schaden der Allianz Versicherungs-AG, stand ebenfalls der Austausch im Zentrum der Netzwerkstatt: „Wir sind nach Kassel gekommen, um die spannenden Herausforderungen der nächsten Jahre besser verstehen zu können.“

Reinhard Beyer begüßt die Teilnehmer zur Netzwerkstatt in Kassel.

Reinhard Beyer begüßt die Teilnehmer zur Netzwerkstatt
in Kassel.

Besucherstärkste Netzwerkstatt

Tatsächlich standen die Herausforderungen der Branche immer wieder im Zentrum während der persönlichen Gespräche unter den mehr als 350 Teilnehmern in Kassel. Vom HUK-Autoservice,  über Anpassung der Stundenverrechnungssätze, bis hin zur Optimierung der Prozesse – Gesprächsstoff gab es genug. „In diesem Jahr haben wir in Kassel die bisher besucherstärkste Netzwerkstatt organisiert“, erklärte BVdP-Geschäftsführer Robert Paintinger. „Wir spüren, dass mit der immer rasanteren Entwicklung im Schadenmanagement auch das Bedürfnis nach persönlichem Meinungsaustausch wächst. Die Netzwerkstatt ist das ideale Forum, um Kontakte zu knüpfen und auszubauen – und zwar für alle am Schadenprozess beteiligten Parteien.“

Mit mehr als 350 Teilnehmern war die Netzwerkstatt in Kassel die bisher besucherstärkste überhaupt.

Mit mehr als 350 Teilnehmern war die Netzwerkstatt in
Kassel die bisher besucherstärkste überhaupt.

Zwischen Steinzeit und Star Wars. Wohin steuert die digitale Schadenwelt?

Ein Schwerpunkt des BVdP-Treffens in diesem Jahr: die Digitalisierung der Schadenwelt. „Digitale Lösungen müssen allen an der Schadenregulierung beteiligten Gruppen einen Nutzen bringen, Kosten insgesamt senken und Prozesse für alle vereinfachen“, diese Position vertrat Reinhard Beyer, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes während des Podiumstalks in Kassel. Er kritisierte: „Dies ist jedoch heute nicht der Fall. Gerade der Aufwand für Partnerwerkstätten, mit den verschiedenen Systemen zu arbeiten, steigt.“

Während des Podiumstalks diskutierten Erik Jahn (Leiter Sales & Customer Service Audatex), Jens Nietzschmann (Geschäftsführer DAT), Jörg Breuer (Vertriebsleiter Control Expert) mit Thomas Geck (Leiter Schaden/Prozessmanagement HUK-COBURG) sowie Steffen Struwe (Vorstand Innovation Group) über Status Quo und Zukunft der digitalen Schadenwelt. Deutlich wurde dabei, dass gerade die verschiedenen Schadendienstleister jeweils ihre Form der elektronischen Kommunikation weiter forcieren werden. „Wenn es einheitliche Standards geben sollte, ist es die Aufgabe der Versicherungswirtschaft, diese zu definieren“, hieß es im Talk. Thomas Geck stellte während der Netzwerkstatt klar: „Bei der Entwicklung der Systeme ist es entscheidend, sich in die Welt des Partners hineinzudenken und die Prozesse so abzubilden, dass ein hoher Nutzwert für alle Beteiligten entsteht. Genau das haben wir mit unseren Prozessen der elektronischen Kommunikation für unsere Partnerwerkstätten abgebildet.“ Der Coburger Versicherer sieht sich selbst als Benchmark in der Branche. Über die digitale Auftragsbearbeitung bei der HUK-COBURG laufen elektronische Beauftragungen, Kalkulation und Rechnungslegung, die über die GDV-Schnittstelle und Audanet abwickelt werden.

Am Podiumstalk diskutierten Reinhard Beyer (Vorstand BVdP), Erik Jahn (Leiter Sales & Customer Service Audatex), Thomas Geck (Leiter Schaden/Prozessmanagement HUK-COBURG), Jens Nietzschmann (Geschäftsführer DAT), Jörg Breuer (Vertriebsleiter Control Expert) und Steffen Struwe (Vorstand Innovation Group) (v.l.n.r.) mit Christian Simmert (Geschäftsführer twinmedia GmbH) (m.) über die Digitalisierung des Schadenmarktes.

Am Podiumstalk diskutierten Reinhard Beyer (Vorstand BVdP), Erik Jahn (Leiter Sales & Customer Service Audatex), Thomas Geck (Leiter Schaden/Prozessmanagement
HUK-COBURG), Jens Nietzschmann (Geschäftsführer DAT), Jörg Breuer (Vertriebsleiter Control
Expert) und Steffen Struwe (Vorstand Innovation Group) (v.l.n.r.) mit Christian Simmert (Geschäftsführer twinmedia GmbH) (m.) über die Digitalisierung des Schadenmarktes.

„Wir stehen erst am Anfang der Digitalisierung“

Erik Jahn kündigte für Audatex die Weiterentwicklung von Audanet mit einem neuen Webstandard an. „Wir werden eine elektronische Schadenakte bieten, an der jeder Prozessbeteiligte arbeiten kann. Das wird die Abläufe in der Schadenregulierung deutlich erleichtern.“ Auch Audatex stellte klar, dass sich der digitalen Entwicklung niemand verschließen könne. „In Zukunft werden diese Themen weiter Fahrt aufnehmen.“ Diese Einschätzung teilte auch Jörg Breuer von ControlExpert. „Wir stehen erst am Anfang der Digitalisierung unserer Branche. In der Versicherungswirtschaft wird die elektronische Datenübertragung weiter an Bedeutung gewinnen. Darauf müssen sich die Werkstätten einstellen.“

Bereits vor einem Jahr startete Innovation Group mit dem webbasierten Auftragsportal „SOOM“. Vorstand Steffen Struwe stellte bei der Netzwerkstatt die Strategie des Schadensteuerers aus Stuttgart vor. „In drei bis vier Jahren wird unser System komplett im Hintergrund laufen. Die Werkstatt wird dann über das jeweilige Dealer-Management-System ihre Daten eintragen.“ Heute sei ein Versicherer an „SOOM“ angeschlossen, weitere kämen in den nächsten Jahren hinzu.

BVdP_Netzwerkstatt_2016 Kassel_6_web

Was bringt der digitale Fortschritt?

Kontrovers diskutiert wurde die neue App „Easy-Claim“, die ControlExpert zurzeit mit vier Versicherern testet. „Wir wollen den Prozess der fiktiven Abrechnung vereinfachen, in dem der Autofahrer eine App des Versicherers nutzt, um Schadenbilder zu übermitteln“, erklärte Jörg Breuer. ControlExpert erstelle dann eine Kalkulation, auf deren Basis der Versicherungsnehmer so innerhalb von zwei Stunden einen Geldbetrag angeboten bekäme. Die App wurde von vielen Seiten kritisiert. Jens Nietzschmann (DAT) bezeichnete diesen Weg als Sackgasse. Die DAT setze hingegen auf die Weiterentwicklung der Plattform „MyClaim“. „Wir brauchen intelligente Schadennetze, die alle Prozessbeteiligten miteinander verbinden und keine Einzellösungen, die digitale Schadenwelt noch komplexer werden lassen.“

Darauf zielt auch der BVdP ab: „Wir diskutieren immer stärker über Prozesse, die vielleicht so gar nicht sinnvoll sind“, kommentierte Geschäftsführer Robert Paintinger die Diskussion. „Einiges wird heute durch die digitale Evolution viel komplizierter als es früher war. Wir müssen uns auf die wesentlichen Prozessschritte in der Unfallschadenregulierung konzentrieren, damit es für alle Beteiligten einen echten Nutzen und tatsächliche Kostenvorteile gibt.“ Im Podiumstalk wurde deutlich, dass Innovation Group und HUK-COBURG keine Einführung einer vergleichbaren App planen.

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