Was ist an der Mietwagenknappheit dran?

Was ist an der Mietwagenknappheit dran?

Was ist an der Mietwagenknappheit dran?


Chipkrise, Lieferengpässe, Fahrzeugverfügbarkeit und Absichtserklärungen der Hersteller weisen darauf hin, dass die Beschaffung von Ersatz-/Mietwagen im Lauf des Jahres zusehends schwerer werden wird. Im Gespräch mit dem Mobilitätsdienstleister Enterprise Rent-A-Car haben wir Fakten zu diesem Thema gesammelt.

Angespannte Situation
Unsere Mitgliedsbetriebe sind in der Regel ausreichend aufgestellt und haben bereits mit Leasingverlängerungen o. ä. reagiert. Die dramatische Zunahme an Reparaturen, die wegen fehlender Ersatzteile nicht fertiggestellt werden können, schränkt die Verfügbarkeit von Ersatzfahrzeugen stark ein macht die Mobilität der gemeinsamen Kunden von FLI und Werkstatt zu einer unkalkulierbaren (Kosten-)Größe. Und mal eben, wie in der Vergangenheit gewohnt, einfach zusätzliche Fahrzeuge zu beschaffen, ist seit Beginn der Corona-Pandemie nicht mehr möglich.  

Laut Enterprise Rent-A-Car wird aktuell wieder mit den Leasingangeboten für Werkstattersatzwagen geworben und auch damit, dass sie kurzfristig verfügbar sind. Das deckt sich nicht mit den Erkenntnissen aus dem relevanten Flottenmarkt. Die Hersteller haben gerade am Absatz kleinerer Fahrzeuge kein Interesse und es gibt weiter zu wenig Produktion. Man spricht davon, dass die Hersteller 2022 max. 100.000 – 150.000 Fahrzeuge in Deutschland an Flottenkunden verkaufen wollen, normal seien bislang 450.000 – 500.000 Fahrzeuge pro Jahr gewesen. Auch habe Ford schon bekannt gegeben, dass man 2022 kein Fahrzeug europaweit an Flottenkunden veräußern werde.

Wenn nun die Angebote, mit denen geworben wird, doch nicht rechtzeitig verfügbar sein sollten, dann kann eine empfindliche Lücke entstehen. Deswegen gibt Enterprise Rent-A-Car die Handlungsempfehlung, die Lieferfristen genau zu prüfen, insbesondere wenn man auf die Lieferung neuer Fahrzeuge aus diesen Angeboten bis zum Zeitpunkt X angewiesen ist und sie bereits eingeplant hat.

Steigende Leasingraten
Die Leasingraten steigen nach Angaben von Enterprise Rent-A-Car im Vergleich zu 2019/2020 um bis zu 30%. Alles was man bislang im Markt beobachtet habe, deute auf diese signifikanten Mehrkosten hin. Wie Enterprise Rent-A-Car weiter ausführt, sind die Fraunhofer Preise im vergangenen Jahr um 15% gestiegen und bei der aktuellen Marktlage gehe man davon aus, dass es für 2021/22 einen erneuten Anstieg der Fraunhofer Tarife um 15% bis 25% geben werde. Das wird dann auch die Beschaffungsmöglichkeiten der Betriebe beeinflussen und v. a. die Mobilitätskosten im Betrieb werden dadurch steigen.

Damit wird die Mobilität zu einem absoluten Luxusgut und neben Energie- und Materialkosten sowie Fachkräftemangel zu einem weiteren Preistreiber für die Werkstätten. Auch aus diesem Grund ist es Zeit für ein neues, an die Gegebenheiten angepasstes Denken in der Schadensteuerung.

Links zum Thema Lieferengpässe OEMs und Mietwagenknappheit:

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/autobauer-vw-werk-in-wolfsburg-droht-schwaechste-produktion-seit-jahrzehnten/27721918.html

https://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/renault-500-000-autos-weniger-durch-chipkrise-a-31f286d1-8509-4489-8b11-0b79e70599df

https://www.berliner-kurier.de/politik-wirtschaft/kraeftige-preiserhoehungen-voraus-mietautos-werden-zur-luxus-ware-li.183847

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