Was tun? Gasbetriebene Lackierkabinen

Was tun? Gasbetriebene Lackierkabinen

Was tun? Gasbetriebene Lackierkabinen

Unsere Branche ächzt unter der Last steigender Energiekosten und der Verknappung des Brennstoffes Gas. Das trifft natürlich im Besonderen die Betreiber gasbetriebener Lackierkabinen.

Wir haben deshalb bei drei renommierten Herstellern von Lackierkabinen nachgefragt, welche kurzfristigen aber auch langfristigen Möglichkeiten Sie haben, die Auswirkungen des aktuellen Dilemmas zu mindern. Zwei Hersteller (Wolf und Sehon) haben bereits geantwortet. Klicken Si einfach auf das Pluszeichen, um das jeweilige Statement zu lesen:

Die drohende Erdgasknappheit im Winter bereitet vielen K&L-Betriebe derzeit große Sorgen. Täglich rufen uns Kunden an und fragen nach Möglichkeiten, ihre Lackieranlage unabhängig vom Erdgas zu betreiben. Glücklicherweise gibt es hierzu mehrere Möglichkeiten.

Um noch bis zum Beginn der Heizperiode reagieren zu können, bleiben allerdings nur zwei Alternativen übrig. Der geringste Aufwand bezüglich der Anpassung der Lackieranlage entsteht bei einer Umstellung von Erdgas auf Flüssiggas (Propangas bzw. LPG). Der vorhandene Erdgasbrenner kann weiterverwendet werden und erhält nur eine kleinere Blende aufgrund der höheren Energiedichte von Propangas. Natürlich wird auch noch einen Flüssiggastank und die Verrohrung bis zum Verbraucher benötigt. Es gilt zu beachten, dass eine Umstellung auf Flüssiggas eine dauerhafte Entscheidung ist, da die Flüssiggasanbieter meist auf langfristigen Lieferverträgen bestehen.

Die andere schnell umsetzbare Alternative ist die Vorbereitung zur Umrüstung auf einen Ölbrenner. Dies geht allerdings nur bei indirekt beheizten Warmlufterzeugern, die leicht an der Abgasleitung zu erkennen sind. Beim Ölbrenner hat man den Vorteil, dass man sich diesen vorsorglich beschaffen und auf Lager legen kann. Die Installation erfolgt nur, wenn tatsächlich der Gashahn abgedreht wird. Als Öltank gibt es z.B. 1.000 l Gebinde, die mit dem Stapler bewegt werden können. Direkt in die Nähe der Lüftungsaggregats gestellt, kann so der Brenner provisorisch über Schläuche angeschlossen werden.

Als langfristige Lösung empfehlen wir jedoch die Umrüstung auf eine Warmwasser-Beheizung. Diese hat den großen Vorteil, dass Warmwasser auf verschiedenste Weise gleichzeitig oder wechselnd erzeugt werden kann. Aktuell werden viele neue Anlagen mit einer Kombination aus Holzfeuerung und Strom aus Photovoltaik geplant. Natürlich kann auch Fernwärme oder die Abwärme aus Blockheizkraftwerken und Kompressoren genutzt werden. Da die Umstellung auf Warmwasserbeheizung einen größeren Umbau an der Lackieranlage und den Aufbau eines Rohrleitungsnetzes mit Warmwasserspeicher bedeutet, ist es jetzt wahrscheinlich schon zu spät, um für die anstehende Heizperiode gerüstet zu sein.

Bei Lackier- und Trocknungsanlagen mit Lufterhitzer (Kessel + Abgasrohr), die mit einem Gasbrenner betrieben werden, ist eine kurzfristige Umstellung auf Ölbrenner möglich. Dazu sind kleinere Anpassungen in der Steuerung notwendig.

Bei Lackierbetrieben mit Gasflächenbrennern – also atmosphärischen Brennern ohne Brennkammer – ist eine Umstellung auf Öl nicht ohne weiteres möglich. Hier sind größere Umbauarbeiten in der Technik und in der Steuerung notwendig.

Wer langfristig plant, sollte berücksichtigen, dass Lackieranlagen generell einen hohen Energiebedarf haben und für die Erwärmung viel fossilen Brennstoff benötigen. Für die langfristige Ausrichtung empfehlen wir ein innovatives Strom- und Wärmekonzept.

Hohe Temperaturen von 60°C – 65°C können nur mit gasbetriebenen Blockheizkraftwerken erzeugt werden. Sinkt das Temperaturniveau auf z. B. 55°C können strombetriebene Hochleistungswärmepumpen Wassertemperaturen bis zu 55°C und Trocknungstemperaturen von 40°C bis 45°C erzeugen.

Diese Anlagen müssen jedoch komplett auf Warmwasserbeheizung umgebaut werden. Das dauert seine Zeit. Ebenfalls notwendig ist eine neue Heizzentrale mit etwa 3 x 13 m Platzbedarf. Auch wenn eine höhere Anfangsinvestition notwendig ist, profitiert der Betrieb durch signifikante Energieeinsparungen bis hin zur Energieautarkie für den gesamten Betrieb.

Elektrische Heizstäbe im Wasserpuffer sorgen ebenfalls für eine Entlastung beim Heizen bzw. für eine Temperaturerhöhung. Ebenfalls auf dem Markt verfügbar sind verschiedene Trocknungshilfen für Trocknungstemperaturen von 25°C. Auch durch Infrarot- bzw. UV-Trocknung lässt sich Energie sparen. Die Trocknung betrifft aber nur etwa 30 % vom Gesamtenergiebedarf.

Da Lackierbetriebe sehr unterschiedlich aufgestellt sind, muss beim Gas- und Energiesparen die jeweilige Kundensituation berücksichtigt werden.

Sehon bietet sowohl die kurzfristigen wie langfristigen Lösungswege markenunabhängig an. Interessierte Lackierbetriebe können sich zeitnah bei uns per Mail (info@sehon.de) melden.

Wer sich über moderne Energiesparkonzepte bei Lackieranlagen persönlich informieren möchte, ist bei SEHON auf der Automechanika in Frankfurt vom 13. – 17.09.2022 (Halle 11.1 Stand E23) herzlich willkommen.

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